Dorst
Im Jahre 1311 wurde Dorst als „Dositz“ erstmals urkundlich
erwähnt und bildete mit Uthmöden, Zobbenitz und einigen heute wüsten Orten das
so genannte „Halbgericht“.
Magdeburg und Braunschweig beanspruchten jeweils zur Hälfte
dieses Gebiet.
1380 fiel Dorst an das Geschlecht der Werderden, 1446 wird
der Ort als Wüstung beschrieben, die aber 20 Jahre später wieder besiedelt war.
Ende des 15. Jahrhunderts soll Dorst eine Blütezeit gehabt haben. Während und
nach dem Dreißigjährigen Krieg war Dorst, bis zur Neugründung im Jahre 1704,
angeblich wüst.
Im 18. Jahrhundert gehörte Dorst zum Amt Calvörde, einer
Exklave des Fürstentums Wolfenbüttel im Herzogtum Magdeburg. 1843 waren für die
Gerichtsbarkeit der Gemeinde das Justizamt Vorsfelde, das Kreisgericht
Helmstedt sowie das Oberlandesgericht Wolfenbüttel zuständig.
Ab dem Jahre 1901 gehörte Dorst zum Herzogtum Braunschweig.
Durch eine Station bestand eine Anbindung an die Kleinbahnlinie Dorst -Uthmöden
-Satuelle, welche die Strecken Neuhaldensleben-Gardelegen verband.
Zu dieser Zeit existierten eine Brennerei (erbaut 1888, in
den 60er Jahren stillgelegt) und eine Ziegelei, stillgelegt 1930.
Vom Gutherren Paul Fischer wurde 1910/11 ein Herrenhaus
gebaut. 1922/23 entstand das neue Gutshaus.
Ab 1939 gehörte Dorst zum Landkreis Helmstedt.
Im Ort befand sich eine Schule.
1945 erhielten im Rahmen der Bodenreform 32
Umsiedler-Familien Flächen zwischen fünf und zehn Hektar. In dieser Zeit waren
in Dorst 200 Menschen, zum großen Teil Umsiedler, ansässig.
1949 wurde Dorst dem Kreis Gardelegen zugeordnet, es
entstanden Neubauernsiedlungen.
1958 wurde im Ort die LPG gegründet. 1951 erfolgte die Einstellung
der Kleinbahnlinie. Die Gemeinde wurde dem Kreis Haldensleben zugehörig
Landschaftlich liegt der Ort am westlichen Ausläufer der
Colbitz-Letzlinger Heide. Die Böden dieses Niederungsgebietes bestehen im Süden
und Westen der Gemarkung aus pleistozänen Sanden. Anfangs des 20. Jahrhunderts
wurden hier cirka 25 Hektar Laub- und Mischwald, teilweise auf sumpfigem und
moorigem Untergrund stehend, abgeholzt und zu Acker- und Weideland umgestaltet.
Reste dieser Waldlandschaft sind der cirka fünf Hektar große Gutspark und
einzelne Bestände, vorwiegend Eichen. Als Ausgleich wurden wiederum im Nordteil
der Gemarkung cirka 25 Hektar minderwertiges Ackerland mit Kiefern bepflanzt.
Zurzeit leben in Dorst 159 Einwohner (Stand 31.12. 2010). Im
Rahmen der Dorferneuerung wurden unter anderem Straßen, Gehwege und Plätze
sowie der Spielplatz neu gestaltet.