Wegenstedt

 

Wegenstedt war bis ca. 950 Sitz eines Grafen Lestein. Dessen Güter im Gebiet von Flechtingen, Lockstedt, Etingen, Rätzlingen und Oebisfelde werden um 961 aufgeteilt.

 

Das ältere, hufeisenförmige Unterdorf ist im Rahmen der planmäßigen deutschen Ostkolonisation nach dem Wendenaufstand in der Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden.

Aus dieser Zeit wurden Überreste eines Burgturms gefunden. Auch die ursprünglich kleinere, romanische Kirche wurde um diese Zeit gebaut.

 

Urkundlich wurde der Ort erstmalig 1311 als Wedingestede im „Halberstädter Lehnsregister“ erwähnt. Der Zehnte war an Heinrich von Ottersleben zu zahlen. Im 15. Jahrhundert wird Wegenstedt in Lehnsurkunden für die Schenken von Flechtingen/Dönstedt mit 10 Acker- und 2 Kossatenhöfen aufgeführt.

 

Am 18.02.1679 wurde der Schriftsteller, Pädagoge und Historiker Samuel Walther in Wegenstedt geboren. Er war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Ein Gedenkstein vor der Kirche erinnert an den Durchzug von 800 evangelischen Emigranten aus Salzburg im Jahr 1732. Der bekannte Pädagoge, Theologe und Historiker Peter Wilhelm Behrends heiratete 1800 in Wegenstedt die hiesige Pfarrerstocher Sophia Dransfeld.

 

Das Dorf liegt verkehrsgünstig an der Landstraße L 24, ca. 25 Kilometer von der Industriestadt Wolfsburg entfernt.

Wegenstedt hat zurzeit 378 Einwohner (Stand 31.12. 2010).

Der Ort ist über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt. Das Aussehen der Landwirtschaft geht von natürlichem Grünland rechts und links des Flüsschens „Spetze“ und angrenzenden Wäldern des Flechtinger Höhenzuges im Südwesten bis zu weitflächigen Ackerflächen mit angrenzendem Naturpark „Drömling“ im Nordwesten der Gemarkung.

Neben der historischen Bausubstanz, die ausschließlich aus Ein- und Zweifamilienhäusern besteht, einschließlich der bäuerlichen Grundstücke, wird im Flächennutzungsplan ein attraktives Wohngebiet ausgewiesen.

 

Wegenstedt hat eine Eisenbahnstation und verbindet die Städte Oebisfelde und die Kreisstadt Haldensleben bis hin zur Landeshauptstadt Magdeburg. Zur Verbesserung der Infrastruktur werden von der Gemeinde und den Bürgern große Anstrengungen unternommen.

Im Ort befindet sich eine Kindertagesstätte und eine Grundschule mit Hort. Zurzeit entsteht ein Ersatzneubau der Kindertagesstätte mit Hort.

 

Das rege gesellschaftliche Leben wird durch das Wirken der Freiwilligen Feuerwehr und der ortsansässigen Vereine geprägt.